Food Photography

Food Photography ist ein tolles Thema aber es läuft nicht immer mit extra für die Kamera produzierten, teilweise künstlichen Produkten wie man es aus der Werbung kennt. Manchmal muss es am „lebenden Objekt“ zwischen Küche und wartendem Gast geschehen und nicht immer sind die Bedingungen optimal.

Als ich, im Rahmen der Social Media-Betreuung für ein Bonner Restaurant, in das Thema Food Photography einstieg, hatte ich mich eigentlich gut vorbereitet: Es gab zwar keine Kurse in der Nähe aber immerhin hatte ich mich gut eingelesen, dass richtige Objektiv auf der Nikon und natürlich auch mit dem Gewerbe- und Gesundheitsamt über die Hygienevorschriften gesprochen und mir von dort auch grünes Licht eingeholt. Ja doch, ich war gut vorbereitet… 

Und dann kommt Alles anders…

Vor Ort dann… Pustekuchen! Kein Kochen für die Kamera sondern fotografieren was auf den Tisch kommt. Wöchentlich wechselnde Gerichte, die Gäste warten ungeduldig. Die Küche ist eng, es herrscht Hochbetrieb. Es ist laut und alles in Bewegung. Für die Bilder kann ich mir allenfalls fünf bis sechs Sekunden zwischen Koch und Service Zeit nehmen. Manchmal geht es auch gar nicht. Es gibt keine Möglichkeit für ein Licht-Setup. also Available Light anstelle von Hightech-Blitzgeräten.

Beim zweiten mal bleibt die Spiegelreflexkamera im Büro. Mit dem iPhone bin ich einfach schneller, nicht so ‚bulky‘ und störe weniger in der Küche. Ich weiß ich bin dort ein Störfaktor, deswegen habe ich dem Küchenpersonal und dem Service gesagt, dass Sie mich ruhig beiseite schieben können, wenn ich mal im Weg bin. Nötig war das bis jetzt nicht. 

Was das Licht angeht, ist die einzige geeignete Stelle im ganzen Restaurant der Edelstahltisch, auf dem die Speisen für den Service bereitgestellt werden. Andererseits gibt es dort keine Chance für einen ansprechenden Untergrund. Weißes Porzellan auf Edelstahl – ein Holztisch oder eine Schieferplatte wären mir lieber. Also nah ran und nur den Teller samt Inhalt. 

Immerhin, so kann ich mit der Schärfentiefe spielen und die Fotos sehr plastisch und appetitanregend wirken lassen, Blende 1.8 machts möglich. Das Licht passt, die Farben sind brilliant und alles was noch fehlt, ist der richtige Bildschnitt. Viel mehr wird nicht am Bild meist nicht bearbeitet, bevor es zu Instagram, Facebook und Google hochgeladen wird. 

Voll Integriert

Inzwischen hat sich alles eingespielt und zu einem tollen Team entwickelt. Der Koch achtet sehr auf die ansprechende Präsentation seiner Produkte.  Er rückt auch schonmal etwas zurecht, wenn es für Ihn nicht perfekt erscheint. Prima, denn ich darf weder Lebensmittel noch Teller berühren. Und die Bewegunge in der Küche laufen auch wieder wie ein Uhrwerk – ich bin integriert 🙂 Ich denke, die Bilder können sich sehen lassen und haben eine appetitanregendes, gleichbleibend hohes Niveau.

  

Der Vertrag wurde nach einem halben Jahr von meiner Seite her gelöst, aber es bleibt eine interessante Erfahrung, die ich gerne auch in neue Projekte einfließen lasse.