Fallen für Jungunternehmer und Startups

Auf Gründer warten Fallen. Foto: zoosnow via Pexels
Auf Gründer warten Fallen. Foto: zoosnow via Pexels

Sobald sie ein Unternehmen gründen werden sie von allen Seiten mit Angeboten und Dienstleistungen zugeschüttet. Nur wenige davon sind tatsächlich nützlich und sparen Ihnen Zeit. Bei anderen Angeboten geht es häufig darum, ihre Unerfahrenheit als Unternehmensgründer auszunutzen um sich von Ihrem Kuchen ein ordentliches Stück abzuschneiden oder Sie anderweitig in Fallen zu locken und auszutricksen. Einige davon habe ich Beispielhaft hier für Sie zusammengestellt.

Eintragungsdienste

Viele Hoster bieten über Dritte die Eintragung in „sämtliche“ Branchenverzeichnisse und Suchmaschinen an und verlangen dafür monatlich um die 30 Euro.

Die Eintragung in Suchmaschinen und Branchenverzeichnisse ist tatsächlich enorm wichtig. Es geht darum, dass Sie gefunden werden und um ein besseres Ranking bei den Suchmaschinen (Stichwort: SEO). Aber wenn Sie nicht jeden Monat umziehen, die Mailadresse oder die Telefonnummer wechseln, dann verbrennen Sie hier 360 Euro im Jahr!

Für Kunden von THOMAS BLÜM – WEB & CONSULTING ist diese Leistung natürlich inklusive. Jeder bessere Webdienstleister sollte Ihnen diese Eintragungen anbieten können. Sie können die Eintragung bei Google, Bing und in den Online-Telefonbüchern in relativ kurzer Zeit aber durchaus auch selbst erledigen.

Tipp:

Wenn Sie die Zeit nicht haben, dann nutzen Sie einen solchen Dienst einmalig und kündigen sofort. Allerdings nur, wenn es keine Mindestlaufzeit gibt.

Egal welche Variante der Eintragung Sie bevorzugen, einen weiteren Fallstrick gibt es bei fast allen Branchenverzeichnissen: Sie leben von Werbung und zusätzlichen Leistungen. Dementsprechend werden Sie bald kontaktiert und Ihnen werden wieder einmal teure und unnötige Zusatzleistungen angeboten. Vorsicht, das sind geschulte Verkäufer mit gut vorbereiteten Argumenten. Lehnen Sie direkt ab!

Auch Kleinvieh kostet…

Wo wir gerade bei Zusatzleistungen der Hoster sind: Die Kosten für SiteLock, einer regelmäßigen Überprüfung Ihrer Webseite auf Hacks, Schadware und andere Bedrohungen, können Sie sich sparen. SIWECOS (Sichere Webseiten und Content Management Systeme) vom Branchenverband ECO gehört zur „Initiative IT Sicherheit in der Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und bietet eine ähnliche Leistung kostenlos!

Dubiose Branchenverzeichnisse

Unmittelbar nach der Anmeldung einer Domäne, erhalten Sie Mails in der offiziell aussehenden Aufmachung einer Behörde, oft auch mit Namen, die mit „Bundes…“ beginnt. Dahinter verbergen sich in der Regel Abzocker, die in Ihnen auf Grund der Neuanmeldung einen unerfahrenen Anfänger vermuten und das ausnutzen wollen, um Ihnen überteuerte und nutzlose „Leistungen“ anzudrehen.

Ähnliches gilt für „Expire Notices“ also Warnungen vor einen Fristablauf im Zusammenhang mit Domänen. Tatsächlich läuft hier, wenn Sie das Kleingedruckte lesen, nicht Ihre Domäne ab, sondern die Frist für ein „ganz tolles, einmaliges“ Angebot. Keine Sorge, dieses „Einmalige Angebot“ werden Sie regelmäßig erhalten, also ab in den Müll damit!

Tipps zur Vorbeugung:

Bei .DE Domänen hat sich die Situation auf Grund der DS GVO etwas verbessert, da die verwaltende Organisation DENIC Auskunft über den Betreiber nur noch bei berechtigtem Interesse herausgibt. Bei Domänen (.COM, .NET etc.), die im Ausland verwaltet werden, bieten viele Hoster für wenig Geld (ca. 5. €/Jahr) legale Strohmanndienste an. Auch diese geben Ihre Daten nur an Strafverfolgungsbehörden.

Nutzen Sie für die Registrierung Ihrer Domänen eine eigene EMail Adresse. Vermeiden Sie die typischen EMail Adressen wie info@, office@ usw. Zeigen Sie Kreativität ohne es Ihren Kunden zu erschweren Sie zu erreichen.

Es gibt verschiedene Verfahren, die EMail Adresse auf der Webseite zu verschleiern und trotzdem der Pflicht zur Anbieterkennzeichnung (sogenannte Impressumspflicht) nachzukommen. Nutzen Sie diese!

Ransomware

Als Ransomware bezeichnet man Programme, die Ihre Daten verschlüsseln, Datensicherungen auf Ihrem Rechner oder verbundenen lokalen Netzwerkspeicher-Systemen (NAS) oder Cloudspeichern löschen und eine Lösegeldforderung (Englisch: Ransom) stellen.

Die Zahlung erfolgt in fast nicht zurückverfolgbarer Kryptowährung wie Bitcoin, damit gibt es keine Garantie, dass Sie bei Zahlung dann auch den Entschlüsselungscode erhalten. Es ist vorgekommen, dass Ransomware aufgrund von Programmierfehlern die Daten unwiederherstellbar gelöscht hat. Ransomware wird von Virenschutzprogrammen in der Regel nicht erkannt, da der Nutzer selbst unwissentlich mit dem Aufruf der präparierten Datei das Schadprogramm herunterlädt und startet.

Tipps zur Vorbeugung:

Sichern Sie Ihre wichtigen Daten regelmäßig mit einem Backup. Ein Backup sollte sicher vor fremden Zugriffen und örtlich getrennt von Ihrer IT gelagert werden. In den meisten Fällen reicht es für kleine Unternehmen die Daten auf einer Festplatte, DVD/Blu Ray oder einem USB-Stick zu speichern und in einem Bankschliessfach zu verwahren. Eine Festplatte, die ständig am PC angeschlossen ist deshalb reicht nicht. Diese wird von Ransomware einfach mitverschlüsselt! Das gilt für alle Laufwerke und Netzlaufwerke, auf die Sie von ihrem Rechner aus direkt zugreifen können. Ganz wichtig: prüfen Sie, ob ihre Backups wirklich funktionieren und auch wieder zurückgespielt werden können!

Trauen Sie grundsätzlich keinem Dateianhang, egal ob per EMail oder Messenger, auch wenn er von bekannten Absendern stammt. Eine böse Falle – deswegen habe ich Ransomware in die Fallen für Jungunternehmer aufgenommen – sind Bewerbungen per EMail. Oft werden harmlos aussehende, präparierte Dateien mitgeschickt (z.B. Lebenslauf.PDF), die Schwachstellen in Ihrer Software ausnutzen und beim Aufruf einen Trojaner und/oder Ransomware installieren. Nehmen Sie im Zweifelsfall mit dem Absender Kontakt auf und fragen Sie ob der Anhang von ihm stammt.

Ganz wichtig!

Halten Sie ihre Hard- und Software mit Sicherheitsupdates immer auf dem aktuellsten Stand!

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